Neuregelungen zum Kinderkrankengeld

Der jährliche Anspruch auf Kinderkrankengeld wird nach der zwischenzeitlichen Erhöhung während der Corona-Pandemie ab dem 01.01.2024 dauerhaft auf 15 Tage pro Kind und Elternteil (Alleinerziehende 30 Tage) festgelegt. Bei mehreren Kindern kann ein Elternteil maximal 35 Tage Kinderkrankengeld pro Kalenderjahr beziehen (Alleinerziehende 70 Tage).

Seit dem 18. Dezember dürfen ärztliche Bescheinigungen für die Erkrankung eines Kindes aufgrund telefonischer Kontaktaufnahme erfolgen. Es gelten die gleichen Regelungen wie bei Erwachsenen (leichte Erkrankung, persönlich bekannt in der Praxis, maximal 5 Tage).

Kinderkrankengeld wird von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, wenn Eltern aufgrund der Betreuung eines kranken Kindes nicht arbeiten können und der Arbeitgeber nicht zur Fortzahlung der Vergütung verpflichtet ist. Eine Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers kann sich bei kurzzeitigen Verhinderungen aus § 616 BGB ergeben. Ist jedoch diese gesetzliche Verpflichtung (was zulässig ist) durch Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ausdrücklich ausgeschlossen, muss von Arbeitgeberseite kein Gehalt gezahlt werden. Dann zahlt die (gesetzliche) Krankenkasse ab dem ersten Tag der Krankheit des Kindes Kinderkrankengeld.

Claudia Thieme
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Arbeitsrecht