Neues bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

Ab dem 07.12.2023 können ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (wieder) aufgrund und durch telefonische Befunderhebung erfolgen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur bei leichten Erkrankungen. Darüber hinaus muss die Person in der jeweiligen Arztpraxis aufgrund früherer Besuche persönlich bekannt sein. Liegen beide Voraussetzungen vor, kann die Arbeitsunfähigkeit aufgrund telefonischer Anamnese bis zu 5 Kalendertagen bescheinigt werden. Dies hat der gemeinsame Bundesausschuss am 07.12.2023 beschlossen. Die Einzelheiten finden Sie hier: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1150/

Unverändert besteht neben der persönlichen Befunderhebung durch Ärzte die Möglichkeit die Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Videokonsultation. Dabei kann bei Patienten, die in der Praxis persönlich bekannt sind, bis zu 5 Tagen die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden. Gab es keine vorherigen persönlichen Kontakte in der Praxis, darf die Arbeitsunfähigkeit bis zu 3 Tagen bescheinigt werden. Eine Verlängerung der bereits festgestellten Arbeitsunfähigkeit per Videokonsultation ist nur möglich, wenn die Erstbescheinigung aufgrund eines persönlichen Kontakts mit dem Patienten erfolgt ist.

Empfehlung für Arbeitgeber: Sollten ernsthafte und objektiv belegbare Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben ärztlich bescheinigt wurde, kann der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verweigern. Wenn allerdings die Arbeitsunfähigkeit von den Beschäftigten dann in anderer Weise nachgewiesen wird, muss nachgezahlt werden.

Claudia Thieme
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Arbeitsrecht