Wer sich an heißem Teewasser eines in einem Fast-Food-Restaurant gekauften Tees trotz des aufgedruckten Hinweises auf dem To-Go-Becher „VORSICHT HEISS“ sowie dem Symbol einer Tasse mit Dampfschwaden nach Abschluss des Kaufvorgangs dadurch verbrüht, dass er sich das Wasser selbst versehentlich über den Oberschenkel schüttet, hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Dies hat das Landgericht Oldenburg entschieden (Urteil vom 1. Februar 2024 – 16 O 2015/23 ). Dass der Deckel nicht richtig vom Restaurant aufgesetzt worden war, konnte die Geschädigte nicht beweisen. Ein gesonderter Hinweis darauf, dass der Deckel des Bechers beim Anheben sich lösen könne, war aus der Sicht des Gerichts nicht nötig. Auch stellte das Gericht fest, dass eine Zubereitungstemperatur des Teewassers von über 90°C, auch von bis zu 100°C, in Ordnung ist. Schon gar nicht folge aus einem Kaufvertrag über einen Becher frisch aufgebrühten Tee, dass der Tee nur mit verzehrfertiger Temperatur übergeben werden darf.

Lars Stich
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht