Einer Pressemitteilung zufolge hat das Bundesarbeitsgericht am vergangenen Dienstag entschieden, dass Arbeitnehmer, die zwar nicht mit dem Coronavirus infiziert waren, aber dennoch während ihres genehmigten Urlaubs aufgrund einer Quarantäne zu Hause bleiben mussten, keinen Anspruch darauf haben, dass der Urlaub nachgeholt werden darf. Die Anordnung einer Quarantäne falle in einer solchen Situation in das allgemeine Lebensrisiko des Arbeitnehmers, der Arbeitgeber schulde keinen Urlaubserfolg im Sinne eines Erholungseffektes (Aktenzeichen 9 AZR 76/22). Praxishinweis: Das gilt nur für Fälle bis September 2022. Ab dann hat sich die Rechtslage geändert (§59 IfSG). Seither werden Quarantänezeiten nicht mehr auf den Urlaub angerechnet.

Walther Grundstein
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht